Wenn Träume fliegen lernen...
Die Abenteuer der Christin in einem Land "far, far away"
Donnerstag, 23. Juni 2011
Wenn man die Heimat zu sehr vermisst, hat man manchmal vielleicht Glück und sie kommt zu einem.

So geschah es also gestern Abend, dass "La BrassBanda", eine Band aus dem schönen heimatlichen Bayern, die mittlerweile ziemlich viele Anhänger in ganz Deutschland hat, gestern Abend in Strathmore, einem Konzertzentrum 15 Minuten von mir entfernt, gespielt haben.
Schön sommerlich war es ein OpenAir - das Beste war aber, das das ganze umsonst war! Unerwartet hatte ich es sogar geschafft fünf meiner Freunde davon zu überzeugen, zu kommen, und sogar meine zwei jüngsten, Nico und Lexi waren mit von der Partie!
Wir wurden nicht enttäuscht - das Konzert war der Hammer und alle waren am Ende glücklich. Am meisten freut mich aber, dass meine Kinder sich am Ende sogar die CD gekauft haben, weil es ihnen so gut gefiel. Ein Erfolg auf voller Linie also!
Gut, dass ich in drei Monaten schon zu Hause bin, denn mir fiel schon auf, wie sehr mir Bayern, die Musik und die Musikvereinigung fehlen. Es gibt eben Dinge, die kann man nicht ersetzen.

So wie einen Geburtstag zu Hause... Bisher hatte ich nur einen, an dem ich nicht zu Hause war, aber da war ich trotzdem in Deutschland. Nun werd ich hier sein, mit einer ganz anderen Familie und ganz anderen Freunden. Alles ganz anders. Aber hoffentlich gut.
Wenigstens bin ich dann endlich 21 ;-)




Donnerstag, 2. Juni 2011
Fast vergessen hätte ich ihn hier - den Vatertag. Schließlich wird er hier erst am 19. Juni (oder so, zumindest ist es ein Sonntag) gefeiert. Dank zahlreicher Deutscher wurde ich dann doch daran erinnert.

Lieber Papi, Vati, Papa oder "Carsten" (falls ich es mal ausprobieren will, meine Eltern beim Vornamen zu nennen ;-)!
Ich wünsche dir alles alles alles Liebe zum Vatertag und sage Danke für die letzten, nun doch bald, 21 Jahre, in denen du mir so ziemlich jeden Wunsch erfüllt hast, den ich eigentlich nur hatte. Vom Regal, dass perfekt in meine Dachschräge passt, bis zum Telefonanschluss in meinem Zimmer, hast du mir mit deinen handwerklichen und kreativen Fähigkeiten alles verwirklicht. Du hast mich von der Schule abgeholt, zu Anne mitgenommen, mir Holz und "meine" Hängematte ins Sommerlager gefahren und und und. Die Liste könnte ich hier noch endlos weiterführen, aber ich glaube, es ist rübergekommen, was ich damit sagen wollte ;-)
Vielen Dank für die letzten (fast) 21 Jahre - ja, bald ist mein Geburtstag - und die nächsten 20, 30, 40 und hoffentlich noch viel länger.

Ich hab dich lieb! <3




Montag, 16. Mai 2011
Meine Freundin Josie (von Schweden) hat gestern zu mir gesagt, dass sie das Gefühl hat, dass ich noch nicht bereit bin zu gehen. Womit sie auch irgendwie recht hat. Ich bin noch nicht bereit Abschied zu nehmen und dieses Land und meine Freunde zu verlassen.
Doch auf der anderen Seite, weiß ich, dass ich nicht hierbleiben will. Der Gedanke noch weitere sechs Monate (oder noch länger) hier zu bleiben ist befremdlich. Ich will nach Hause, endlich wieder nach Hause kommen wann ich möchte, mich um meine eigenen Probleme kümmern und anfangen zu studieren.
Auch zu Hause gibt es viele Sachen die ich sehen und machen möchte: Ich möchte endlich nach Paris, Rebecca in London besuchen, mit Nele in Berlin (oder wo auch immer sie studiert) feiern, Izzy besuchen (die sogar fast zwei Monate vor mir heimfliegt), Praktika machen und mit Niklas knuddeln. Natürlich freu ich mich darauf, wieder richtig Musik zu spielen, endlich Gitarre zu lernen, Baguette mit Knoblauchbutter zu essen, mit Jack joggen zu gehen und so viele andere Dinge.
Aber dann ist da eben noch dieses große Land, das sich USA nennt, das so viele verschiedene Seiten zu bieten hat und jeden glücklich machen kann. Obwohl ich es am Anfang anders eingeschätzt hatte, habe ich dieses Land ganz schön lieb gewonnen. All die Menschen hier, die immer offen sind, all die Deutschen, die einfach überall sind, all meine Freunde, die hier so nah und zu Hause so weit weg sind, die Natur, die einfach atemberaubend ist und natürlich Shoppen, das hier auch Sonntags möglich ist.

Naja, so ist das Leben eben. Wenn sich eine Türe schließt, öffnet sich eine andere. In diesem Fall heißt es "Goodbye, USA - Deutschland, du hast mich wieder."
Und nun klinge ich, als würde ich morgen ein Flugzeug nach Hause besteigen, dabei habe ich noch fast vier Monate und ein großes Abenteuer vor mir.




Samstag, 7. Mai 2011
Die schönsten Rosen, die jemand im Garten haben kann.

(Da ich morgen den ganzen Tag unterwegs sein werde, ist für mich heute schon Muttertag, weil man überhaupt seiner Mutter - und auch seinem Vater, seinem Bruder, seiner Schwester und seinen Freunden - jeden Tag zeigen sollte, dass sie einem wichtig sind.)

Liebste Mami,

Seit nun fast 21 Jahren hältst du meine ständigen Stimmungsschwankungen und Interessensänderung aus. Du hast mein nerviges Babygeschrei ausgehalten, und auch das als Teenager. Am wichtigsten ist aber, dass du mich immer unsterstützt hast, vor Allem, als ich den Wunsch hatte, unabhängig zu werden und für ein ganzes Jahr nach Amerika zu gehen. Du hast mich in allem unterstützt (und auch für das meiste bezahlt ;-) und dafür bin ich dir sehr dankbar. Die Rosen aus deinem wunderschönen Garten, hab ich auch auf meinem amerikanischen Handy immer als Hintergrundbild.

Ich vermisse dich (und natürlich auch den Rest der Sippe).
Außerdem ist auch die Groß-mutter sehr wichtig, also ruf sie bitte für mich an! <3 <3 <3




Samstag, 5. März 2011
Das ist der Zeitraum, seit dem ich mich in den USA befinde. Fast drei Wochen ist übrigens der Zeitraum, in dem ich nicht mehr gebloggt habe. Dafür kommt jetzt die volle Ladung.
Selbstportrait, dass ich in der Portfolio Development Class gezeichnet habe.

Sechs Monate, Halbzeit. Zeit für einen Rückblick.
Ziemlich genau vor sechs Monaten brach ich also auf in ein Land weit weit weg - was hat sich seit dem verändert?
Meine Haare sind immer noch blond, nur länger und meine Augen immer noch blau. Gewicht hab ich auch nicht zugelegt. Äußerlich hat sich also nicht viel verändert.

Innerlich aber schon. Mittlerweile bin ich ziemlich gut darin, mich nicht mehr über die kleinen Dinge aufzuregen und gleich loszubrodeln. Beziehungsweise, diese Gefühle gut zu verstecken. Außerdem bin ich auch viel spontaner und abenteuerlustiger geworden, nicht, dass ich vorher langweilig war. Aber das liegt hier einfach in der Natur der Sache. Man arbeitet die ganze Woche und verplant manchmal, Pläne fürs Wochenende zu machen. Da kann es schonmal sein, dass man Sonntags faul herumliegt, bis die Freundin anruft und sagt, lass uns zu Starbucks gehen - also denkt man nicht nach, man geht. Oder wenn meine Klasse um zwei aus ist und Miriam, die mittlerweile in Virginia wohnt, mir schreibt, ob wir uns in DC treffen. Ohne nachzudenken fahre ich vom College zur Metro - und ab gehts nach DC!
Wer hier nicht spontan ist, verliert und ist die ganze Zeit zu Hause. Und zu Hause... das gibts eben auch zu Hause, dafür bin ich nicht hierhergekommen.

Dank meines neuen Kunstkurses habe ich mich auch künstlerisch weiterentwickelt, was mich ehrlich gesagt ein bisschen stolz macht. Vor allem heute wurde ich von meinem Lehrer für mein Selbstportrait gelobt, sogar als eine der zwei besten in der Klasse hervorgehoben! Und Ms Rembrandt hat er mich genannt, da darf man sich schon ein wenig freuen. Schade, dass nächste Woche unser Kurs vorbei ist. Um halb Zwei dürfen Freunde und Familie dann vorbekommen und gerne Fotos machen. Schade, dass alle so weit weg sind.

Nun, nach sechs Monaten, stellt man sich natürlich langsam die Frage, wie es weitergehen wird. Ob ich hierbleibe, oder heimgehe und wenn ich heimgehe, wie es dann zu Hause weitergeht? Eins weiß ich, ich will an die FH nach Augsburg. Mehr Kunst machen. Aber das wird schwierig, mit den Prüfungen und allem. Also muss ich warten - hat jemand einen Job oder ein Praktikum für mich? Im Ernst, das bräuchte ich.

Demnächst werd ich mal ein paar Links posten, wo ihr mehr Bilder sehen könnt. Wenn ihr mögt?




Dienstag, 16. November 2010
So vergeht also die Zeit, ein Viertel meiner Reise ist nun schon vorbei, 9 Monate (+ 1-4 Wochen) werden noch folgen und hoffentlich genauso viele Abenteuer, wie in den ersten drei Monaten. Hier möchte ich jetzt mal ein paar meiner Höhe- und Tiefpunkte auflisten.

Höhepunkte
- Taylor Momsen war nur etwa zwei Meter von mir weg.
- Ich hab Regisseur Markus Goller getroffen und er hat sogar Fotos mit uns gemacht.
- Ich hab kein Kilo zugenommen! YEAH!
- Ich hatte den schönsten Herbst ever, dank all diesen wundervollen Bäumen.
- Im Gegensatz zu allen Deutschen hatte ich einen superheißen Sommer und war am Strand! Tanorexia, ahoi!
- Ich seh alle Serien sofort und muss nicht erst lange warten, bis sie nach Deutschland kommen.

Tiefpunkte
- Reh angefahren, aber ich glaub es lebt noch, ich hoffe!
- Es gibt keine Ritter-Sport Voll Nuss!!!
- Vieles hier ist doch teurer, als ich es mir vorgestellt hab.
- Und es gibt einfach viel zu viele tolle Sachen, die ich gern haben würde!

In so fern muss ich sagen, die Höhepunkte überwiegen auf jeden Fall und ich bereue keinen Tag, hergekommen zu sein. Aber ob ich noch ein Jahr dran hänge? Dafür habe ich ja noch etwas Zeit zu überlegen.




Dienstag, 9. November 2010


Wenigstens war unser letztes gemeinsames Weihnachten schön, genauso wie die letzten 16 Jahre.




Mittwoch, 13. Oktober 2010
Wie bereits erwähnt wollte ich ja einen Monat nicht shoppen gehn, bis jetzt hab ich schon zwei Wochen durchgehalten und eigentlich ist es nicht so schwer. Jedenfalls nicht, wenn man ans Reisen denkt. Denn, wie ich leider feststellen musste reichen 157 Dollar nicht um das Auto zu tanken, am Wochenende richtig viel zu unternehmen und dann auch noch Notwendigkeiten wie Shampoo, Haarspray etc einzukaufen, zu Shoppen und nach New York etc zu reisen.
Also muss man wohl Abstriche machen. Allerdings kann das nicht mehr lang anhalten, da ich spätestens im November/Dezember mal ne Winterjacke bräuchte und vlt. noch ein Paar Pullover. Außerdem gibts jetzt dann bald ne tolle Abercrombie&Fitch-Aktion, bei der man 20 % auf seinen gesamten Einkauf bekommt. Aber nur bis zum 17. Oktober. Hmm... Vielleicht halte ich doch nicht durch. Mal sehen.

Übrigens möchte ich allen, die auf schöne Musik, die von Herzen kommt, stehen eine Band ans Herz legen: Wakey! Wakey!
Zu hören auf ihrer Internetseite: www.wakeywakeymusic.com




Dienstag, 28. September 2010
Hier gibts auch Natur!

Wie lang ist ein Monat? 30 Tage, oder auch ein 31 und einmal im Jahr 28 Tage, alle vier Jahre sogar 29 Tage. Kommt einem ganz schoen lang vor. Ist es aber nicht.

Ich bin hier nun seit fast eineinhalb Monaten und so viel ist ja noch nicht passiert. Ich hab zwar schon ein paar Sachen gesehen, unter anderem die Great Falls (Niagara Faelle des Suedens oder eben fuer Arme, wie man will), wo das obige Foto aufgenommen wurde, aber deswegen ist hier trotzdem noch ein riesiges, von mir ungesehenes Land.

Mein Franzoesischkurs dauert am Donnerstag schon einen Monat, dann schreiben wir unseren zweiten Test. Im ersten hatte ich uebrigens eine eins mit 102 Punkten, dahinter stand most.

Aber in einer Sache kommt mir ein Monat wie eine Ewigkeit vor: Shoppen! Da ich aber gemerkt habe, dass einem das Geld hier schnell ausgeht, wenn man dieser Versuchung zu oft nachgeht, werde ich jetzt einen Monat darauf verzichten. Sagen wir bis zum 28. Oktober.

Dann sinds uebrigens nur noch knapp 8 Monate bis ich endlich 21 werde. Juhe.




Freitag, 27. August 2010
Dann hab ich schon wieder Geburtstag. Sehr nah *hüstel*
Somit sind es noch zehn Monate bis ich auch in Amerika tun und lassen kann, was ich will ;-)

Das heißt heute ist der 27. August.
Von Julia habe ich bevor ich Deutschland verlassen habe ein Buch bekommen, das den Titel trägt "Sonnenschein an jedem Tag". Folgendes stand heute darin geschrieben:

"Halt an, wo läufst du hin? Der Himmel ist in dir!"
Also denkt daran, wir alle tragen den Himmel in uns.