Wenn Träume fliegen lernen...
Die Abenteuer der Christin in einem Land "far, far away"
Freitag, 2. September 2011
Das Problem beim Reisen (und auch im Leben ganz generell ist), dass sobald man wirklich etwas erlebt, das erzählenswert ist, man kaum die Zeit findet zu schreiben. So ging es mir jedenfalls in den letzten 27 Tagen. Ich fand weder Zeit zu bloggen, noch wirklich um mit irgendjemanden zu Skypen oder zu chatten.

CHICAGO
Meine Reise begann erstmal nicht ganz so gut in Chicago. Mein Gepäck war einfach viel zu schwer und unhandlich, sodass ich schon am ersten Abend noch vor meiner Ankunft im Getaway Hostel der Verzweiflung und dem Wunsch einfach nach DC oder ganz nach Hause zu gehen Nahe war. Im Laufe der nächsten zwei Tage wurde dann aber (fast) alles besser. Mein Gepäck wurde von einem sehr netten Iren zum Hostel getragen, der mir auch gleich noch den Weg zeigte, da ihc mich, ohne es zu wissen, verlaufen hatte. Eine neue, robuste, richtig gut zu transportierende Tasche auf Rollen fand ich auch noch und für 15 Dollar nahm ich an einer Radtour des Hostels am Lake Michigan teil. Da war dann auch noch gutes Wetter. Ansonsten machte Chicago leider seinem Spitznamen "The Windy City" alle Ehre.

Meine zwei Roommates Candace, Duckie und ich.


MEMPHIS
Als zweites erfüllte ich mir den langersehnten Wunsch einmal nach Memphis zu gehen. Ich lief am Ufer des Mississippi entlang, ging "Barhopping" in Beale Street und sah mir das berühmte Sun Studio, in dem Elvis entdeckt wurde und auch Johnny Cash einige Aufnahmen machte an. Graceland hab ich mir nur von außen angesehen, weil die Tour einfach zu teuer und mein Budget schon nach Chicago strapaziert war. Außerdem hatte ich noch Ribs in "Charlie Vergas Rendezvous", einem BBQ Restaurant, in dem auch schon Justin Timberlake, diverse andere Prominente und so ziemlich alle Präsidenten waren.

Auf dem Rooftop des Peabody Hotels

NEW ORLEANS
Der dritte und letzte Stop des Teils meiner Reise, den ich allein unternahm, war New Orleans - "The Big Easy". Und schon nach einem Tag wusste ich, warum die Stadt genau diesen Spitznamen hat. Alles in dieser Stadt war einfach einfacher (easy = einfach) als an anderen Orten. Alles war eine riesige Party, von Montag bis Sonntag, aufgestanden wurde frühestens um 10. Gut, dass es in unserem Hostel Frühstück von 9.30 bis um eins gab. Außerdem gab es im Hostel auch einen Pool mit richtig schönem Deck, sodass man einfach dazu verleitet war, ein bisschen Zeit im Hostel zu verbringen, was aber auch immer lohnenswert war. Insgesamt habe ich in New Orleans wohl die beste Zeit auf meiner ganzen Reise verbracht. Im Hostel war immer was los und ich habe viele neue Freundschaften geschlossen, und einige der Leute auch in New Orleans und San Francisco wiedergesehen. Ich habe Alligatoren in den Swamps gesehen (richtig richtig richtig nah!) und Beignets im Café du Monde gegessen, ich habe das Nachtleben in New Orleans erlebt und einfach am Pool des Hostels relaxt. Ziemlich traurig hab ich die Stadt dann nach fünf Nächten verlassen und ein Flugzeug nach San Francisco bestiegen, wo der zweite Teil meines Abenteuers dann losging.

Alligatoren in den Swamps von NOLA (New Orleans LousiAna)




Sonntag, 7. August 2011
Ein Jahr als AuPair ist nun also offiziell vorbei. Krass, was sich in einem Jahr alles so ansammelt. In einem Verzweiflungsakt von 12 Stunden packen ohne Schlaf, hab ich dann alle meine Sachen irgendwie gepackt und weggeschmissen. Jetzt ist halt noch lauter Sch*** bei Elena, den ich später nochmal aussortieren und wegschmeißen muss, aber egal.

Supergestresst und total am Ende checkte ich dann irgendwann gestern Nachmittag auf dem DCA (Ronald Reagon Airport) ein und machte mich auf den Weg nach Chicago, Illinois. Gott sei Dank hatte ich ja schon vor zwei Monaten mit meinem Flugticket einen ganz tollen Fensterplatz reserviert, den mir dann fast ein kleiner Junge klauen wollte. Hab ihn aber nicht gelassen, was seine Großmutter wohl nicht so toll fand. Sein Pech, hätte sich ja auch einen reservieren können.

Der Flug hat anscheinend nicht mal zwei Stunden gedauert, der Weg von Chicagos O'Hare Airport zum Hostel dann aber so drei Stunden. Erst hat die "El" so lang gebraucht, dann musste ich noch umsteigen, aber natürlich gab es keien Rolltreppen und ich hab mich total abgeschleppt und dann hab ich mich auf dem Weg zum Hostel nochmal verlaufen und mit meinem Gepäck bin ich auch nicht zurecht gekommen. Das ganze endete dann damit, dass das Ding mir Blaue Flecken gemacht hat und ich es wutentbrannt erstmal gekickt hab und mich dann heulend auf den Boden gesetzt hab. Dann geschah endlich mal was gutes und ein total süßer Ire eilte zu meiner Rettung. Juhe!
Drei Stunden nach Ankunft in Chicago erreichte ich also endlich das Hotel, dann noch schnell Cola kaufen gehen und ins Bett.

Acht Stunden schlafen waren aber nach 40 Stunden ohne wohl trotzdem nicht genug und so häng ich jetzt hier wie ein nasser Lappen. Total übermüdet und nicht wirklich fähig irgendwas zum Frühstück zu Essen sitz ich jetzt hier auf der Lobbycouch und warte auf einen Antrieb, aufzubrechen und die Stadt anzusehen. Oder mich wieder Schlafen zu legen. Aber dafür bin ich ja nicht hier.