Wenn Träume fliegen lernen...
Die Abenteuer der Christin in einem Land "far, far away"
Donnerstag, 2. Juni 2011
Fast vergessen hätte ich ihn hier - den Vatertag. Schließlich wird er hier erst am 19. Juni (oder so, zumindest ist es ein Sonntag) gefeiert. Dank zahlreicher Deutscher wurde ich dann doch daran erinnert.

Lieber Papi, Vati, Papa oder "Carsten" (falls ich es mal ausprobieren will, meine Eltern beim Vornamen zu nennen ;-)!
Ich wünsche dir alles alles alles Liebe zum Vatertag und sage Danke für die letzten, nun doch bald, 21 Jahre, in denen du mir so ziemlich jeden Wunsch erfüllt hast, den ich eigentlich nur hatte. Vom Regal, dass perfekt in meine Dachschräge passt, bis zum Telefonanschluss in meinem Zimmer, hast du mir mit deinen handwerklichen und kreativen Fähigkeiten alles verwirklicht. Du hast mich von der Schule abgeholt, zu Anne mitgenommen, mir Holz und "meine" Hängematte ins Sommerlager gefahren und und und. Die Liste könnte ich hier noch endlos weiterführen, aber ich glaube, es ist rübergekommen, was ich damit sagen wollte ;-)
Vielen Dank für die letzten (fast) 21 Jahre - ja, bald ist mein Geburtstag - und die nächsten 20, 30, 40 und hoffentlich noch viel länger.

Ich hab dich lieb! <3




Montag, 30. Mai 2011
Wie sieht der perfekte Sonntagabend aus? Jeder hat da wohl andere Vorstellungen, meine klingt vermutlich eher nach der eines Senioren, aber solange es einen glücklich macht, darf man seinen Sonntagabend auch gerne mal wie ein Rentner verbringen. ;-)

Gestern hatte ich einen dieser perfekten Sonntage. Wir hatten relativ früh Dinner, also bin ich danach gleich aufgebrochen. Erstmal zur Bank und meinen Scheck einlösen, damit wieder Geld auf dem Konto ist, anschließend auf zum Gym. Dort war ich im Outdoorpool schwimmen, während die Sonne langsam unterging, und hatte ausnahmsweise sogar eine ganze Bahn für mich. Danach entspannte ich im Whirlpool und in der Sauna, die ich ganz für mich allein hatte. Anschließend entspannte ich draußen auf einer Holzbank, weil ich es nicht eilig hatte nach Hause zu kommen. Dort gings dann noch unter die heiße Dusche und anschließend schauten Nico und ich "River Monsters" auf AnimalPlanet.

So muss ein Sonntagabend aussehen. :-)




Dienstag, 24. Mai 2011
Alles, was man so zum Scrapbooking braucht.

Wenn es etwas gibt, dass so richtig Amerikanisch ist, dann sind es Scrapbooks. Im Prinzip sind Scrapbooks Fotoalben, aber eigentlich sind sie doch so viel mehr. Als erstes braucht man natürlich ein sogenanntes Scrapbook, das ist ein Fotoalbum mit 12 '' x 12 '' großen Folien, denn beim Scrapbooking werden die Fotos nicht einfach so auf die weißen Seiten eines Albums geklebt. Man braucht 12 '' x 12 '' große Blätter, die man in 107 (oder 1 000 000 ?) verschiedenen Designs kaufen kann. Zum Beispiel mit Blumen, Sternen, Flaggen, Fotos von Städten wie New York oder mit Glitzer, und und und... Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Auf diese Blätter werden dann die Fotos geklebt, meistens aber nur eines, schließlich muss man das ganze noch mit Schriften und Stickern verzieren. Oder natürlich Tickets von den Events, auf denen die Fotos gemacht wurden.

Hier in den USA kann man fast überall Scrapbookbedarf kaufen, ist es doch so beliebt. Ich habe schon vor langer Zeit angefangen mir immer mal wieder Sticker und Papier zu kaufen, wenn ich es im Angebot gesehen habe, schließlich kann der Spaß ganz schön teuer sein. Ich würde ein 20seitiges Scrapbook mit vielen Stickern und ausgefallenem Papier locker auf den Wert von 100 $ setzen, wenn man alles zum normalen Preis kauft. Schon allein für ein Album kann man mal eben 20 $ aufwärts zahlen, wenn es schön ledergebunden oder ausgefallen sein soll. Ich habe heute endlich mein Album gekauft, aber nur für 5 $ - schließlich war es schön und hat mit dem Sightseeingthema gut zu meinem Jahr hier gepasst. Ich kann es schon gar nicht mehr erwarten endlich loszulegen und meine Ergebnisse zu zeigen.




Dienstag, 24. Mai 2011


Das hatte Nele noch vor einigen Wochen gesagt, nachdem sie auf der Internetseite des DC 101 Chili Cook-offs recherchiert hatte, welche Bands genau dort auftreten würden. Denn hauptsächlich gingen die meisten Leute dorthin um Bands wie Weezer, Papa Roach und Seether zuzuhören.

Am Samstag war es dann nach wochenlangem Hinfiebern endlich soweit - Jenny, Steff, Anja und ich betraten das Gelände des RFK-Stadions (Fußball Stadion in DC) und waren erstmal überwältigt. Das Gelände war rießig und voll mit Ständen für Essen und Tshirts und natürlich einer Bühne, vor der wir natürlich die meiste Zeit verbrachten. Glücklicherweise schafften wir es bei einigen Bands richtig nah an der Bühen zu sein (wuhu!). Es war einfach nur genial, bis auf die Crowdsurfer, die einem gelegentlich auf den Kopf fielen.
Diesen Tag werde ich so schnell wohl nicht mehr vergessen und der Sonnenbrand auf meienr Schulter wird mich wohl auch noch eine Weile dran erinnern.




Montag, 16. Mai 2011
Meine Freundin Josie (von Schweden) hat gestern zu mir gesagt, dass sie das Gefühl hat, dass ich noch nicht bereit bin zu gehen. Womit sie auch irgendwie recht hat. Ich bin noch nicht bereit Abschied zu nehmen und dieses Land und meine Freunde zu verlassen.
Doch auf der anderen Seite, weiß ich, dass ich nicht hierbleiben will. Der Gedanke noch weitere sechs Monate (oder noch länger) hier zu bleiben ist befremdlich. Ich will nach Hause, endlich wieder nach Hause kommen wann ich möchte, mich um meine eigenen Probleme kümmern und anfangen zu studieren.
Auch zu Hause gibt es viele Sachen die ich sehen und machen möchte: Ich möchte endlich nach Paris, Rebecca in London besuchen, mit Nele in Berlin (oder wo auch immer sie studiert) feiern, Izzy besuchen (die sogar fast zwei Monate vor mir heimfliegt), Praktika machen und mit Niklas knuddeln. Natürlich freu ich mich darauf, wieder richtig Musik zu spielen, endlich Gitarre zu lernen, Baguette mit Knoblauchbutter zu essen, mit Jack joggen zu gehen und so viele andere Dinge.
Aber dann ist da eben noch dieses große Land, das sich USA nennt, das so viele verschiedene Seiten zu bieten hat und jeden glücklich machen kann. Obwohl ich es am Anfang anders eingeschätzt hatte, habe ich dieses Land ganz schön lieb gewonnen. All die Menschen hier, die immer offen sind, all die Deutschen, die einfach überall sind, all meine Freunde, die hier so nah und zu Hause so weit weg sind, die Natur, die einfach atemberaubend ist und natürlich Shoppen, das hier auch Sonntags möglich ist.

Naja, so ist das Leben eben. Wenn sich eine Türe schließt, öffnet sich eine andere. In diesem Fall heißt es "Goodbye, USA - Deutschland, du hast mich wieder."
Und nun klinge ich, als würde ich morgen ein Flugzeug nach Hause besteigen, dabei habe ich noch fast vier Monate und ein großes Abenteuer vor mir.